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17. Februar 2012

Automobilwoche

Konkurrenz für Bertone & Co.

Der deutsche Design-Dienstleister Silberform AG hat ehrgeizige Pläne.

Renningen. Der kleine Design-Dienstleister Silberform AG aus dem Großraum Stuttgart geht selbstbewusst auf Expansionskurs, nachdem die Firma als Messmotech GmbH vor rund einem Jahr zahlungsunfähig geworden war. "Wir wollen uns als umfassender Design- und Engineering-Dienstleister für die Autoindustrie sowie die Luft- und Raumfahrtbranche etablieren", so die Ziele von Unternehmer Jürgen Müller, der kurz nach der Insolvenz der Firma eingestiegen ist.

Seine Idee: Der Aufbau eines Designzentrums im süddeutschen Raum für die deutsche Autoindustrie, das vom zeichnerischen Entwurf über Designmodelle bis zum Showcar das klassische Design voll abdeckt. "Parallel dazu entwickeln und modellieren wir am Computer und wachsen immer stärker in das Engineering hinein. Das bietet kein Konkurrent in dieser Form an", so Müller.

Der Karosseriebaumeister und ehemalige Daimler-Konstrukteur hat einen solchen Weg schon einmal eingeschlagen: Er gründete die System Design GmbH, baute die Firma auf 265 Mitarbeiter aus und verkaufte sie anschließend an den Daimler-Entwicklungsdienstleister MBtech, wo er bis zu seinem freiwilligen Rückzug in der Geschäftsleitung saß.

Autobauer als Investor?

Mit der Neuausrichtung des Unternehmens fordert Müller nicht nur etablierte italienische Design-Dienstleister wie Pininfarina, Bertone oder Giugiaro heraus, sondern auch große deutsche Engineering-Firmen wie Edag oder Bertrandt. Zu den Kunden von Silberform gehören heute alle deutschen Autohersteller. In diesem Jahr peilt die Firma einen Umsatz zwischen neun und zehn Millionen Euro an und will schwarze Zahlen schreiben.

Für 2012 plant Müller mit einem Erlös von 13 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter soll von 120 an den Standorten Renningen und Ingolstadt in fünf Jahren auf 500 bis 600 ausgebaut werden. Geplant sind weitere Design-Zentren in Deutschland, unter anderem in München, sowie Standorte in Osteuropa. Um die Expansion zu finanzieren, ist 2012 eine Kapitalerhöhung geplant. Dabei kann sich Müller auch einen Autohersteller als Investor vorstellen. In den kommenden Jahren ist ebenso ein Börsenlisting denkbar.

Quelle: Automobilwoche, Matthias Krust, 05.09.2011